La Befana – eine italienische Figur zwischen Mythos, Alltag und Sprache
Am 6. Januar, am Tag der Epiphanie, begegnet man in Italien einer ganz besonderen Gestalt: der Befana. Sie ist weit mehr als eine folkloristische Figur und fest im kulturellen und sprachlichen Alltag verankert.
Herkunft
Die Wurzeln der Befana reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück. Ursprünglich war sie mit landwirtschaftlichen Ritualen rund um den Jahreswechsel verbunden. Später wurde sie mit der christlichen Epiphanie verknüpft: Der Legende nach suchten die Heiligen Drei Könige auf ihrem Weg nach Bethlehem nach dem Jesuskind. Sie baten eine alte Frau um Hilfe, doch sie lehnte ab. Später bereute sie es, machte sich auf die Suche und verteilte unterwegs Geschenke an Kinder – in der Hoffnung, das Kind doch noch zu finden.
Eigenschaften
Die Befana wird meist als alte Frau auf einem Besen dargestellt, mit runzligem Gesicht und verschlissener Kleidung. Doch hinter diesem äußeren Bild steckt eine positive Figur: Sie ist fleissig, grosszügig und hat ein gutes Herz. Braven Kindern bringt sie Süssigkeiten, unartigen etwas Kohle aus Zucker. Sie vereint Strenge und Fürsorge – fast wie eine Grossmutterfigur.
Redensart und Sprache
Auch sprachlich lebt die Befana weiter. Eine sehr bekannte italienische Redensart lautet:
„L’Epifania tutte le feste porta via.“
Die Epiphanie nimmt alle Feste mit – sie markiert das Ende der Weihnachtszeit.
Im Alltag kann „Befana“ auch scherzhaft verwendet werden, um eine ungepflegt wirkende Person zu beschreiben. Wie oft gilt: Tonfall und Kontext entscheiden, ob es liebevoll oder ironisch gemeint ist.
Warum das im Sprachunterricht spannend ist
Solche Figuren zeigen, wie eng Sprache, Kultur und Geschichte miteinander verbunden sind. Wer Italienisch lernt, versteht durch die Befana nicht nur ein Wort, sondern ein ganzes kulturelles Bild.
Buon viaggio nella lingua e nella cultura italiana!
